Von der Rollenware bis zur fertigen Sägekette für Deine Motorsäge
Du brauchst eine neue Sägekette, findest aber keine passende Ausführung für Deine Motorsäge oder Führungsschiene? Gerade bei besonderen Schienenlängen, älteren Motorsägen oder speziellen Schneidgarnituren passt eine fertig verpackte Standardkette nicht immer.
Die Lösung ist eine Sägekette nach Maß. Dabei fertigen wir aus hochwertiger Sägeketten-Rollenware genau die Kettenlänge, die Du für Deine Motorsäge benötigst.
Doch wie wird aus einer langen Rolle eine einsatzbereite Motorsägenkette? Welche Angaben werden dafür benötigt? Und worauf kommt es beim Trennen und Vernieten der Sägekette an?
Was bedeutet "Sägekette nach Maß"?
Sägeketten werden nicht nur als fertig verpackte Ersatzketten angeboten. Für Fachhändler und Werkstätten gibt es viele Ausführungen auch als sogenannte Sägeketten-Rollenware.
Auf einer solchen Rolle befindet sich eine lange, noch nicht angeschlossene Sägekette. Aus dieser Rollenware kann eine Kette mit der benötigten Anzahl an Treibgliedern gefertigt werden.
Die Sägekette wird dafür an der richtigen Stelle getrennt, auf das benötigte Maß gebracht und anschließend mithilfe eines passenden Verbindungsgliedes wieder zu einer geschlossenen Kette vernietet. Eine maßgefertigte Sägekette ist damit keine vollständig neu entwickelte Sonderanfertigung. Es handelt sich um eine Sägekette in der passenden technischen Ausführung, die auf die benötigte Treibgliederanzahl gebracht und fachgerecht verbunden wird.
Wann braucht man eine Sägekette nach Maß?
Für viele gängige Motorsägen und Führungsschienen gibt es bereits fertig konfektionierte Ersatzketten. Trotzdem kann es Situationen geben, in denen keine passende Standardkette zur Verfügung steht.
Eine Sägekette nach Maß kann beispielweise sinnvoll sein bei:
- besonderen oder selteneren Führungsschienen
- ungewöhnlichen Schienenlängen
- älteren Motorsägenmodellen
- speziellen Schneidgarnituren
- professionellen Sonderanwendungen
- einer nicht üblichen Anzahl an Treibgliedern
- Motorsägen, für die keine fertig verpackte Ersatzkette verfügbar ist
Auch professionelle Anwender benötigen teilweise bestimmte Kombinationen aus Kettenteilung, Treibgliedstärke, Zahnform und Treibgliedanzahl. In solchen Fällen können wir die passende Sägekette direkt aus Rollenware anfertigen.
Welche Angaben brauchen wir für die passende Sägekette?
Die Länge der Führungsschiene allein reicht nicht immer aus, um eine Sägekette eindeutig zu bestimmen. Unterschiedliche Schienen können trotz gleicher Schnittlänge eine unterschiedliche Anzahl an Treibgliedern benötigen.
Damit wir die passende Sägekette finden und anfertigen können, sind vor allem vier Angaben wichtig:
1. Die Kettenteilung
Die Kettenteilung beschreibt die Größe beziehungsweise die Abstände innerhalb der Sägekette. Häufige Teilungen sind beispielsweise:
- 1/4 Zoll
- .325 Zoll
- 3/8 Zoll
- .404 Zoll
2. Die Treibgliedstärke
Die Treibgliedstärke bezeichnet die Dicke des unteren Bereichs der Treibglieder. Diese Treibglieder laufen in der Nut der Führungsschiene.
Die Stärke der Treibglieder und die Breite der Schienennut müssen zusammenpassen. Ist das Treibglied zu breit, passt die Kette nicht in die Schiene. Ist es zu schmal, wird die Kette nicht korrekt geführt.
Typische Treibgliedstärken sind beispielweise:
- 1,1 Millimeter
- 1,3 Millimeter
- 1,5 Millimeter
- 1,6 Millimeter
Welche Treibgliedstärke benötigt wird, ist häufig auf der Führungsschiene angegeben.
3. Die Anzahl der Treibglieder
Die Anzahl der Treibglieder bestimmt die tatsächliche Länge der Sägekette.
Wer seine Sägekette bestimmen möchte, sollte deshalb nicht einfach alle sichtbaren Glieder zählen. Gezählt werden ausschließlich die nach innen gerichteten Treibglieder, die später in der Nut der Führungsschiene laufen.
Die Treibgliedanzahl lässt sich am zuverlässigsten an einer vorhandenen, passenden Sägekette ermitteln. Teilweise ist sie auch auf der Verpackung der bisherigen Kette angegeben. Die Länge einer Motorsägenkette wird anhand der Teilung und der Anzahl der Treibglieder bestimmt.
4. Die passende Kettenausführung
Neben den Abmessungen muss auch die Ausführung der Sägekette zur Motorsäge und zum vorgesehenen Einsatz passen.
Dazu zählen unter anderen:
- Halbmeißelkette oder Vollmeißelkette
- Sicherheits- bzw. rückschlagreduzierte Ausführung
- Schneidezahnfolge
- vorgesehene Leistungs- und Einsatzklasse
- Hersteller und Kettentyp
Eine leistungsstarke Sägekette bringt keinen Vorteil, wenn sie nicht zur Motorsäge, zum Kettenrad und zur Führungsschiene passt. Entscheidend ist immer das aufeinander abgestimmte Gesamtsystem.
So fertigen wir Deine Sägekette nach Maß
Sind alle technischen Daten bekannt, können wir mit der eigentlichen Fertigung beginnen
Schritt 1: Wir wählen die passende Rollenware aus
Zuerst prüfen wir, welche Kettenausführung benötigt wird. Dabei achten wir unter anderem auf:
- die richtige Kettenteilung
- die passende Treibgliedstärke
- den benötigten Kettentyp
- die gewünschte Zahnform
- die Anzahl der Treibglieder
Erst wenn alle Daten zusammenpassen, wählen wir die entsprechende Sägeketten-Rollenware aus unserem Sortiment aus.
Schritt 2: Wir bestimmen die richtige Länge
Anschließend zählen wir die benötigte Anzahl an Treibgliedern direkt an der Rollenware ab.
Dieser Arbeitsschritt erfordert Konzentration. Bereits ein Treibglied zu viel oder zu wenig kann dazu führen, dass sich die Kette später nicht korrekt auf der Führungsschiene montieren und spannen lässt.
Deshalb wird die ermittelte Treibgliedanzahl vor dem Trennen noch einmal kontrolliert.
Schritt 3: Wir trennen die Sägekette
Ist die richtige Stelle festgelegt, wird die Sägekette mit einem speziellen Kettentrenngerät getrennt.
Dabei werden die entsprechenden Nietköpfe kontrolliert entfernt. Die angrenzenden Kettenglieder dürfen beim Trennen nicht beschädigt oder verformt werden.
Das Trennen einer Sägekette sollte nicht mit improvisierten Werkzeugen durchgeführt werden. Für eine saubere Verbindung werden passendes Werkstattwerkzeug, die richtigen Verbindungsteile und Erfahrung benötigt.
Schritt 4: Wir setzen das Verbindungsglied ein
Nach dem Trennen werden die beiden Enden der Kette zusammengeführt. Dafür verwenden wir ein Verbindungsglied, das exakt zum jeweiligen Kettentyp passen muss. Kettenteilung, Abmessung und Ausführung des Verbindungsgliedes müssen mit der Sägekette übereinstimmen.
Ein optisch ähnliches, aber nicht passendes Verbindungsglied darf nicht verwendet werden.
Schritt 5: Wir vernieten die Sägekette
Jetzt wird die offene Sägekette mithilfe eines speziellen Nietgeräts dauerhaft geschlossen. Beim Vernieten der Sägekette kommt es auf das richtige Maß an: Die Verbindung muss sicher und dauerhaft ausgeführt sein. Gleichzeitig müssen die miteinander verbundenen Glieder weiterhin frei beweglich bleiben.
Wird die Verbindung zu locker ausgeführt, ist sie nicht ausreichend gesichert. Wird sie zu stark verpresst, kann das betroffene Kettenglied schwergängig werden.
Genau deshalb ist die anschließende Kontrolle so wichtig.
Schritt 6: Wir kontrollieren die fertige Sägekette
Nach dem Vernieten prüfen wir die Verbindung sorgfältig.
Dabei kontrollieren wir unter anderen:
- Ist das Verbindungsglied korrekt eingesetzt?
- Sind die Nieten sauber ausgeformt?
- Ist die Verbindung ausreichend gesichert?
- Lassen sich alle Kettenglieder frei bewegen?
- Stimmt die Anzahl der Treibglieder?
- Gibt es Beschädigungen oder schwergängige Stellen?
Erst wenn die Sägekette diese Kontrolle bestanden hat, ist sie bereit für die Verpackung und den Versand beziehungsweise die Abholung.
Warum ist präzises Arbeiten so wichtig?
Eine Motorsägenkette bewegt sich im Betrieb mit hoher Geschwindigkeit um die Führungsschiene. Dabei wird sie durch das Antriebsritzel beschleunigt, in der Schienennut geführt und beim Schneiden stark belastet.
Die einzelnen Bauteile der Schneidgarnitur müssen deshalb genau aufeinander abgestimmt sein. Kettenteilung, Treibgliedstärke und Treibgliedanzahl dürfen nicht ungefähr, sondern müssen exakt passen.
Auch die Nietverbindung ist kein nebensächliches Detail. sie wird im späteren Einsatz genauso belastet wie alle anderen Verbindungen der Sägekette.
Wie findest Du heraus, welche Sägekette Du brauchst?
Im besten Fall findest Du die benötigten Angaben direkt auf Deiner Führungsschiene oder auf der Verpackung Deiner bisherigen Sägekette.
Halte nach folgenden Informationen Ausschau:
- Kettenteilung
- Treibgliedstärke
- Anzahl der Treibglieder
- Kettenbezeichnung oder Herstellernummer
- Modellbezeichnung der Motorsäge
- Bezeichnung der Führungsschiene
Ist keine Kennzeichnung mehr erkennbar, kannst Du die Treibglieder Deiner bisherigen Sägekette zählen.
Achte darauf, wirklich nur die Treibglieder zu zählen, die in der Führungsschiene laufen. Zähle zur Sicherheit ein zweites Mal und markiere das erste Treibglied, damit Du nicht versehentlich doppelt zählst.
Bist Du Dir trotzdem unsicher, solltest Du nicht auf Verdacht bestellen. Eine vorhandene Vergleichskette, Fotos der Führungsschiene und die genaue Bezeichnung der Motorsäge können bei der Bestimmung helfen.
Reicht die Schwertlänge zur Bestellung einer Sägekette aus?
Nein, die Schwert- bzw. Schnittlänge allein reicht nicht immer aus.
Zwei Führungsschienen mit derselben angegebenen Länge können sich unter anderem bei Schienenaufnahme, Umlenkstern und benötigter Treibgliedanzahl unterscheiden. Entscheidend sind daher die vollständigen technischen angaben der Schneidgarnitur.
Für eine eindeutige Bestellung benötigen wir idealerweise:
Kettenteilung + Treibgliedstärke + Treibgliedanzahl + Kettenausführung
Mit diesen Angaben lässt sich eine Sägekette wesentlich zuverlässiger zuordnen als nur über die Länge der Führungsschiene.
Standardkette oder Sägekette nach Maß?
Eine fertig verpackte Standardkette ist ideal, wenn die benötigte Kombination bereits verfügbar ist.
Eine maßgefertigte Sägekette kommt vor allem dann ins Spiel, wenn:
- keine passende Standardlänge erhältlich ist
- eine besondere Treibgliederanzahl benötigt wird
- eine spezielle Kombination gefragt ist
- eine ältere oder seltenere Schneidgarnitur verwendet wird
- professionelle Anwender eine klar definierte Ausführung benötigen
Das Ziel ist in beiden Fällen gleich: Die Sägekette muss exakt zur Motorsäge, zur Führungsschiene und zum Kettenrad passen.
Fazit: Aus Rollenware wird Präzisionsarbeit
Auf den ersten Blick sieht die Anfertigung einer Sägekette einfach aus: ablängen, verbinden und vernieten.
In der Praxis steckt jedoch mehr dahinter. Zuerst muss die richtige Sägekette bestimmt werden. Anschließend werden Rollenware, Treibgliedanzahl und Verbindungsglied sorgfältig ausgewählt. Nach dem Trennen und Vernieten folgt die abschließende Kontrolle.
Nur wenn alle Komponenten zusammenpassen und die Verbindung sauber ausgeführt ist, entsteht eine zuverlässige Sägekette nach Maß.
Du benötigst eine neue Sägekette, findest aber keine passende Standardausführung? Dann halte möglichst die Angaben zu Kettenteilung, Treibgliedstärke und Treibgliedanzahl bereit.
Solltest Du Dir bei der Bestimmung Deiner Sägekette unsicher sein, melde Dich gerne bei uns. Wir helfen Dir dabei, die passende Sägekette für Deine Motorsäge und Führungsschiene zu finden.
Hast du noch Fragen? Dann erreichst Du uns telefonisch, per E-Mail oder persönlich in unserem Fachgeschäft Buttenheim. Wir beraten Dich gerne!
Bis zum nächsten Mal!
Deine Miriam
