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TIPPS - Sicherheit im Forst: Das gibt es bei der professionellen Waldarbeit zu beachten

Dass die professionelle Waldarbeit im Vergleich zu anderen Berufen ein hohes Sicherheitsrisiko darstellt dürfte kein Geheimnis sein. Bei der Arbeit im Forst treffen „Naturgewalt“, leistungsstarke Maschinen und der Mensch aufeinander, wodurch es nicht selten zu schwersten Verletzungen oder im schlimmsten Fall sogar zum Tod kommen kann. Auch sich ständig verändernde Umstände und örtliche Gegebenheiten sowie die dauerhaft erforderliche Konzentration auf das Geschehen können die Sicherheit im Forst gefährden. Da es beim Thema Sicherheit im Forst unzählige Dinge zu beachten gibt, möchten wir Dir im heutigen Blog-Artikel einen Überblick über Unfallzahlen im Bereich Waldarbeit, Maßnahmen zur Unfallprävention und wichtige Handlungsmaßnahmen für den Ernstfall geben, sodass Du weißt, worauf es bei der Sicherheit rund um die Arbeit im Forst ankommt. Darüber hinaus könnte für Dich auch unser Blog-Beitrag zum Thema „Die Auswahl der richtigen Forstbekleidung – 5 Tipps wie du sicher im Wald unterwegs bist“ interessant sein.

 1. Gefahren in Zahlen: Unfallstatistiken des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik

Um zunächst einen grundlegenden Überblick über die verschiedenen Gefahren im Forst und ein Gefühl für die häufigsten Verletzungen bei der Waldarbeit zu bekommen, lohnt sich ein Blick auf die Unfallstatistiken des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KFW). Sie fassen seit 1999 das Unfallgeschehen der beschäftigten Forstwirte der Landesforstbetriebe, Landesforstverwaltungen und des Bundesforsts zusammen und leisten insofern einen wertvollen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit im Forst, als dass sie ein Beobachten, Bewerten und Anpassen von Unfallschutzmaßnahmen ermöglichen, indem sich ebenjene Sicherheitsmaßnahmen in darauffolgenden Statistiken widerspiegeln. Die Unfallstatistiken beinhalten meldepflichtige Unfälle, also Unfälle mit einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 3 Tagen, sowie Unfälle mit Todesfolge. Alle Zahlen der folgenden Diagramme beziehen sich ausschließlich auf das Bundesland Bayern sowie das Jahr 2020 und sind den KWF Unfallstatistiken (Quelle: https://unfallzahlen.kwf-online.de/, Stand: 14.06.22) zu entnehmen.

 

 UEbersicht-Diagramme

2. Unfallprävention: Maßnahmen um das Verletzungsrisiko zu minimieren

Bevor wir Sicherheitsmaßnahmen behandeln, welche bei einem konkreten Unfall im Forst zu treffen sind, bietet es sich zunächst an, auf präventive Maßnahmen für die Sicherheit bei der Waldarbeit einzugehen, sodass Dir und deinen Kollegen bei der Arbeit im Forst bestenfalls überhaupt nichts zustößt. An dieser Stelle sei jedoch eindringlich betont, dass dieser Beitrag als Ein- und Überblick zum Thema Sicherheit bei der Waldarbeit dienen soll und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Vor der Waldarbeit – egal ob aus privaten oder professionell-geschäftlichen Motiven – sollte sich jeder umfassend und gesondert über die verschiedensten Aspekte der Sicherheit im Forst informieren; dies ist beispielsweise mit der „B10 Broschüre Waldarbeit“ der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) möglich, welche in über 80 Seiten über Aktuelles zu Sicherheit und Gesundheitsschutz informiert (siehe ggf. https://www.svlfg.de/forst).

Persönliche Schutzausrüstung

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist bei der professionellen Waldarbeit unverzichtbar. Wie die obenstehende Statistik zeigt, stellen Bein und Fuß beinahe 40% und damit den größten Teil der bei Waldarbeiten verletzten Körperteile dar, weshalb es diesen Bereich in besonderem Maße zu schützen gilt. Dies gelingt mit einer hochwertigen Schnittschutzhose wie der GRÜNHOLZ® PRO³® FLEX SCHNITTSCHUTZHOSE sowie robusten Schnittschutzstiefeln wie dem HAIX PROTECTOR FOREST 2.1 SCHNITTSCHUTZSTIEFEL. Des Weiteren erfordert angemessene Sicherheit im Forst sichtbare Kleidung wie die GRÜNHOLZ® PRO³® AIR FORSTJACKE ROT-GELB, einen guten Forsthelm inkl. Gesichts und Gehörschutz wie den SIP ROCKMAN FORSTHELM sowie Arbeitshandschuhe.

Zusammenfassend trägt PSA durch folgende Gegenstände zur Sicherheit im Forst bei:

• Schnittschutzhose

• Schnittschutzstiefel

• Forstjacke

• Handschuhe

• Forsthelm inkl. Gesichts- und Gehörschutz

Alleinarbeit

Von Alleinarbeit ist dann die Rede, wenn eine Person allein, außerhalb von Ruf- und Sichtweite zu anderen Personen Waldarbeiten ausführt. Da einer verletzten Person unter diesen Umständen keine Erste Hilfe geleistet werden kann und die Rettungskette nicht unverzüglich eingeleitet werden kann, stellt die Alleinarbeit im Forst, insbesondere bei gefährlichen Waldarbeiten, ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Du solltest Dir also genauestens überlegen, unter welchen Umständen und ob Alleinarbeit bei Deinen Forstarbeiten stattfinden sollte, um die Sicherheit aller Beteiligten nach wie vor zu gewährleisten. Gefährliche Alleinarbeiten wie Forstarbeiten mit der Motorsäge, das Besteigen von Bäumen, manuelle Baumfällung sowie das Arbeiten in der Baumkrone erweisen sich in der Regel als unzulässig. Ausnahmen sind beispielsweise bei Seilarbeiten mit dem Rückeschlepper oder Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an Maschinen im Forst möglich, allerdings nur, sofern die Sicherheit durch technische Überwachung (z.B. durch ein passives Notrufsystem) gegeben ist. Eine weitere Ausnahme bilden geeignete Sprechfunk-Systeme, sodass kurzzeitige, gefährliche Alleinarbeiten im Forst vorgenommen und Unfälle durch Waldarbeiten ggf. umgehend bemerkt werden können.

Checklisten

Personen, die bei der Waldarbeit für die Sicherheit im Forst verantwortlich sind, haben eine ganze Menge zu beachten. Im Hinblick auf Erholungssuchende, Freizeitsportler etc. ist beispielsweise in einem Radius von doppelter Baumlänge der Fällbereich der Waldarbeiten mit Warnständern & Absperrbannern abzusichern. Diese und viele weitere Maßnahmen sorgen für die Sicherheit aller sich im Forst befindlichen Personen. Aus diesem Grund sind auf der Webseite der SVLFG Checklisten zu verschiedensten Bereichen der Waldarbeit zu finden, die Dir helfen sollen, das Thema Sicherheit im Forst systematisch anzugehen und keine Aspekte zu vergessen.

Das folgende Bild zeigt beispielsweise einen Ausschnitt der „SVLFG Checkliste zur Arbeitssicherheit für forstliche Arbeitsvorbereitung“:

(Quelle: https://cdn.svlfg.de/fiona8-blobs/public/svlfgonpremiseproduction/dfd8b26955186aa6/15cb089f39d0/checkliste-forst-arbeitsvorbereitung.pdf, Stand: 14.06.22)

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Gesundheit und Fitness

Allgemeine Gesundheit und körperliche Fitness mögen zunächst vielleicht wie ein völlig anderes Metier als die Sicherheit im Forst erscheinen, jedoch bilden sie eine nicht zu vernachlässigende Basis als Präventivmaßnahme für Unfälle bei der Waldarbeit. Wie? Das verrät allein die oben angeführte Statistik des KFW, welche zeigt, dass über die Hälfte aller gemeldeten Verletzungen im Forst (in 2020, in Bayern) im Zusammenhang mit Stürzen oder Stolperern stehen. Diesen Unfällen bei der Waldarbeit könne, so heißt es in der „B10 Broschüre Waldarbeit“ der SVLFG, durch gezieltes Training der Trendsportart Slacklining effektiv vorgebeugt werden, indem Körperstabilität, Gleichgewicht und Reaktionsfähigkeit verbessert sowie Sturzhäufigkeit und Sturzfolgen verringert werden. Allgemein kann durch Slacklining die Sicherheit bei der Waldarbeit also insofern erhöht werden, als dass es die persönliche Balance beim Gehen in schwierigem Forstgelände verbessert. Ein weiterer Vorteil der effektiven Sportart ist zudem, dass sie kostengünstig und an vielen Orten auszuführen ist.

Neben Slacklining können des Weiteren Ergo-Pausen mit Lockerungs- und Dehnungsübungen als Abwechslung zur anstrengenden Waldarbeit genutzt werden, um die Sicherheit im Forst zu erhöhen. Auch ausreichendes Trinken ist eine simple, dennoch häufig zu wenig beachtete Präventionsmaßnahme gegen Unfälle im Forst. Um die bei der Waldarbeit geforderten körperlichen und geistigen Leistungen erbringen zu können, ist ein ausgewogener Flüssigkeitshausalt essentiell.

 3. Erste Hilfe & Co: Welche Maßnahmen gibt es im Ernstfall zu beachten?

Alle genannten Präventionsmaßnahmen zur erhöhten Sicherheit bei der Waldarbeit sind nützlich und effektiv, dennoch können sie einen im Fall der Fälle, wenn beispielsweise ein Teamkollege im Forst schwer verletzt wird, nicht mehr weiterhelfen. Selbstverständlich gibt es auch für diese Ernstfälle in der Waldarbeit diverse Maßnahmen, die für ein Plus an Sicherheit sorgen und die Situation ggf. entschärfen können.

Forstliche Rettungspunkte

Verletzt sich ein Waldarbeiter im Forst, besteht das Hauptproblem für die verständigten Rettungskräfte darin, den (ggf. entlegenen) Aufenthaltsort des Verletzten im Wald in möglichst kurzer Zeit ausfindig zu machen bzw. für den Verständiger darin, seinen Aufenthaltsort richtig zu kommunizieren. Im Namen der „Rettungskette Forst“ wurden zur verbesserten Sicherheit bei der Waldarbeit daher forstliche Rettungspunkte geschaffen. Dies sind definierte Orte im Forst, die mithilfe von Koordinaten Treffpunkte beschreiben, sodass der Unfallort möglichst schnell gefunden werden kann. Diese Sicherheitsmaßnahme geschieht entweder anhand von montierten Schildern im Forst oder rein virtuell, das heißt als Koordinatenangabe. Alle KFW-Rettungspunkte sind beispielsweise unter https://kwf2020.kwf-online.de/rettungspunkte/ öffentlich einsehbar.

 Schild_Rettungspunkt

Die Rettungskette

Die Rettungskette ist ein Schema zur Gewährleistung der reibungslosen Rettung im Falle eines Unfalls (im Forst) und äußert sich in drei Varianten. Wird die zuvor abgesprochene Rettungskette zuverlässig eingehalten, kann dem Verletzten im bestem Maße zur Seite gestanden werden:

WER? Die Reihenfolge der verantwortlichen/helfenden Personen beginnt beim Ersthelfer und reicht über den Notarzt/Sanitäter bis hin zu Ärzten und Pflegern. (*)

WAS? Die erforderlichen Maßnahmen zur Rettung eines verletzten Waldarbeiters bestehen in den lebensrettenden Sofortmaßnahmen (Soforthilfe -> Notruf -> Erste Hilfe), den erweiterten lebensrettenden Maßnahmen (Erste Hilfe -> Rettungsdienst) sowie den definitiven Maßnahmen (Klinische Versorgung). (*)

WO? Die Orte, an denen der Verletzte versorgt wird, reichen vom Notfallort über den Transport bis ins Krankenhaus. (*)

Im Ernstfall ist es besonders wichtig, die Rettungskette zuverlässig zu gewährleisten. Dies beginnt mit den Ersthelfern, welche sich direkt am Einsatzort befinden.

(*) Quelle: https://cdn.svlfg.de/fiona8-blobs/public/svlfgonpremiseproduction/a942dd953a4522c3/7eadf0bef35f/b10-broschuere-waldarbeit.pdf, Stand: 21.06.22

Erste Hilfe

NotarztDie Erste Hilfe bildet einen äußerst wichtigen Teil der Sicherheit im Forst. Ein Erste-Hilfe-Set in gutem Zustand, wie unser ERSTE-HILFE-SET WALDARBEITER ist dafür essentiell. Darüber hinaus gibt es weitere Aspekte, die die Rettung eines verletzten Waldarbeiters im Forst erleichtern. Um die Sofort-Hilfe sicherzustellen, sollte vor der Arbeit ein Rettungsplan vereinbart und bekannt gemacht werden. Des Weiteren sollten Waldarbeiter, welche gefährliche Arbeiten verrichten, ausgebildete Ersthelfer sein, um im Notfall bei der Stelle zu sein; sie sollten ihr Erste-Hilfe-Set immer am Mann tragen. Um die o.g. Rettungskette zu gewährleisten, sollten die Beteiligten zudem über ein funktionsfähiges Telefon, Telefonnetz am Einsatzort oder der näheren Umgebung sowie ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Außerdem ist es wichtig, sich im Vorhinein über Rettungspunkte und die Befahrbarkeit des Einsatzortes Gedanken zu machen. Aufgrund der meist entlegenen Orte und der ohnehin langen Anfahrtszeiten der Rettungskräfte ist ein reibungsloser Ablauf der Rettungskette also enorm wichtig.

Wir hoffen, Du konntest einige hilfreiche Informationen zur Gewährleistung der Sicherheit im Forst für Dich und dein Team finden. Fallen Dir noch Tipps ein, die kein Waldarbeiter beim Thema Sicherheit vergessen sollte? Dann hinterlasse uns gerne einen Kommentar. Um dich über das Thema PSA zu informieren oder Sicherheitsausrüstung zu erwerben, besuche uns gerne in unserem Ladengeschäft oder spreche uns telefonisch; unsere aktuellen Öffnungszeiten findest Du hier.

 

Bis zum nächsten Mal!

Dein Benedikt

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